
Eltern erhalten eine Benachrichtigung über die Schul-App. Die Nachricht ist kurz: Morgen gibt es kein Mittagessen in der Schule, die Hausaufgaben müssen bis Freitag erledigt werden oder ein Formular muss unterschrieben werden. Für viele Familien wirkt das wie eine ganz alltägliche Situation. Für Eltern jedoch, die die Sprache des Landes noch lernen und sich im Umgang mit digitalen Werkzeugen noch unsicher fühlen, kann eine solche kurze Nachricht schnell zu einer echten Hürde werden.
Schulen kommunizieren heute zunehmend über digitale Plattformen, Apps, E-Mails, WhatsApp-Nachrichten und Online-Formulare mit Familien. Diese Werkzeuge können die Kommunikation zwar schneller und einfacher machen, gleichzeitig aber auch neue Schwierigkeiten schaffen – insbesondere für Eltern, die mit der Sprache, dem Format oder den notwendigen digitalen Schritten nicht vertraut sind.
Denn es reicht nicht aus, die Nachricht nur sprachlich zu verstehen. Eltern müssen auch wissen, wo sie die Informationen finden, welche Handlung erwartet wird, wie sie antworten und wie sie Dokumente ausfüllen oder einreichen können.
Genau hier setzt das eMATES-Modul „Umgang mit Schul- und Elternplattformen“ an.
Das Modul unterstützt erwachsene Lernende mit Migrationsgeschichte dabei, sowohl sprachliche als auch digitale Kompetenzen zu entwickeln, um sicherer mit Schulen kommunizieren zu können. Anhand praxisnaher Alltagssituationen üben die Teilnehmenden, Schulnachrichten zu lesen, Stundenpläne zu verstehen, Hausaufgabenhinweise zu erkennen, Abwesenheiten zu melden, einfache Formulare auszufüllen und grundlegende Informationen über ihr Kind zu kommunizieren.
Auf dem ersten Niveau A1 liegt der Schwerpunkt auf sehr einfacher und grundlegender Kommunikation. Die Lernenden arbeiten mit kurzen schulischen Mitteilungen, etwa zu Mittagessen, Hausaufgaben, Aktivitäten oder Elternabenden. Gleichzeitig üben sie wichtigen Wortschatz rund um den Schulalltag – darunter Begriffe zu Lehrkräften, Schüler*innen, Familien, Stundenplänen, Formularen, Einverständniserklärungen und Entschuldigungen.
Die A1-Einheit führt außerdem in einfache Alltagssituationen ein, zum Beispiel wie Eltern die Schule informieren können, wenn ihr Kind krank ist, oder wie ein einfaches Abwesenheitsformular ausgefüllt wird.
Das Modul geht jedoch über reine Wortschatzvermittlung hinaus. Es orientiert sich daran, wie schulische Kommunikation heute tatsächlich stattfindet: über Benachrichtigungen, Schul-Apps, Nachrichten und digitale Dokumente. Die Lernenden werden dabei unterstützt, wichtige Informationen zu erkennen, Anforderungen zu verstehen und einfach, aber angemessen zu reagieren. Dadurch entwickeln sie sich von passiven Empfänger*innen von Informationen hin zu Menschen, die selbstständig handeln können.
